Navigation

Sehbehindertensonntag

Ich sehe so, wie Du nicht siehst

„Nicht sehend – nicht blind“ – sehbehinderte Menschen erleben sich in dieser Weise.

Der 6. Juni ist bundesweiter „Sehbehindertentag“. Im Jahr 2010 fiel er auf einen Sonntag.
Aus diesem kalendarischen Anlass initiierten der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV), der Dachverband der evangelischen Blinden- und Sehbehindertenseelsorge und die Arbeitsstelle Pastoral für Menschen mit Behinderung der deutschen Bischofskonferenz die Aktion „Sehbehindertensonntag“.

In verschiedenen Regionen der BSS Bayern Gottesdienste zum ausgerufenen „Sehbehindertensonntag“: in Augsburg, Schweinfurt, Roth, Nürnberg und München – hier sogar als ökumenischer Gottesdienst.
In der Reformations-Gedächtnis-Kirche in Nürnberg am Berliner Platz hieß es im Anklang an die Arie von Georg Friedrich Händel „Meine Seele hört im Sehen“: Herr Händel, bei uns nicht! Bei uns geht es anders: Wir Sehen im Hören!

weiterlesen


Die Entregelung der Sinne (von Eduard Kopp)

Sehen wir nur, was wir sehen wollen?

Aus Bequemlichkeit oder Scham lassen wir uns viele Erfahrungen entgehen. Hartnäckig behaupten sich einmal erworbene Sichtweisen und Rituale

Ein junger Mann kommt zu einem Zen-Meister. Von ihm möchte er die Kunst der Meditation erlernen. Während der junge Mann seine Wünsche schildert, gießt der Meister Tee in eine Schale. Er gießt immer weiter ein, auch als der Tee bereits überfließt. Der Schüler springt auf, ruft: „Halt, halt! Es geht nichts mehr in die Schale hinein, sie ist längst voll!“ Der Meister lacht und sagt: „Wie soll ich dich in die Meditation einführen, denn du bist gefüllt wie diese Schale? So ist es: Nur wenn etwas leer ist, läßt sich etwas einfüllen.“

weiterlesen


Wir über uns

Die Blinden- und Sehbehindertenseelsorge in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ist eine Einrichtung für sehbehinderte und blinde Menschen, für deren Angehörige, Begleiterinnen, Begleiter und alle, die bereit sind, die Belange von blinden und sehbehinderten Menschen zu unterstützen.

Sie bietet:

Beratung und Begleitung Sehbehinderter und Blinder:

im direkten Gespräch, am Telefon, durch Briefwechsel, Hausbesuche; Vermittlung geeigneter Hilfen von Seiten anderer Einrichtungen und Organisationen …

Beratung, Seminare und Impulse für Sehende

(auch für Gemeinden) in Fragen, die das Miteinander von Sehenden und Nichtsehenden betreffen …

Informationen über verfügbare Literatur

in besonders großem Druck, auf Tonträgern und in Blindenschrift: Bücher und Zeitschriften, Die Bibel in verschiedenen Ausgaben, Gesangbücher, Arbeitsmaterialien …

Freizeiten, Urlaubs- und Wochenendgemeinschaften

von drei bis vierzehn Tagen Dauer für unterschiedliche Zielgruppen. Freizeiten geben Raum für Begegnung, für den Erfahrungsaustausch unter Betroffenen, Entspannung, gemeinsame Unternehmungen. Sie sind eine spezielle Form unserer Gemeindearbeit.
Inhalte: das gemeinsame Nachdenken über der Bibel, Gesprächsrunden zu aktuellen Themen, Singen und Vorlesen, Feiern, Fahrten, Besichtigungen, evtl. Wanderungen. Es bleibt natürlich auch genügend Zeit für den Einzelnen.

Treffpunktarbeit:

Nachmittage der Begegnung, Gottesdienste und Treffpunkte in verschiedenen Regionen wie in z.Zt. in Augsburg, Hof, München, Nürnberg, Schweinfurt und Würzburg.
Gelegenheit, Bekannten und Freunden zu begegnen, andere Blinde und Sehbehinderte kennen zu lernen, von und mit ihnen zu lernen. Vorträge und Informationen, Gedankenaustausch, Feiern, Gespräche über Themen der Kirche, Blinden- und Sehbehindertenwesen, Gesellschaft, Kultur …

Orientierung an den Lebenshilfen des christlichen Glaubens


Hoffnung, blindenseelsorgerische Ökumene und unvergessliche Tage

Ein Bericht vom 2. Ökumenischen Kirchentag in München – von Christoph Bungard

Am 16. Mai lädt das Wetter nicht gerade zu einem Ausflug ins Freie ein: Es nieselt leicht und mit etwa sieben Grad Celsius ist es für die Jahreszeit viel zu kühl. Trotzdem bin ich bereits kurz nach halb zehn gemeinsam mit meinem Begleiter Hans Müller auf der Münchner Theresienwiese, um den Abschlussgottesdienst des 2. Ökumenischen Kirchentags (ÖKT) mitzuerleben. Durch die dichte Menschenmenge hatten wir uns zu unseren reservierten Sitzplätzen in Block A vorgekämpft.

Hans Müller ist ein lustiger Franke in den Sechzigern. Wir gehören einem Team blinder sehbehinderter und Sehender evangelischer und katholischer Freiwilliger an, die vom 13. bis zum 16. Mai auf dem ÖKT die Arbeit der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge beider Konfessionen vorgestellt haben. Ich selbst bin evangelisch und von Geburt an vollblind. Für die evangelische Blindenseelsorgerin für München, Dr. Elisabeth Schneider-Böklen, war es ein Leichtes gewesen, mich zum Mitmachen zu überreden. Dies ist für mich bereits das zweite Mal, dass ich auf einem Kirchentag aktiv mitgewirkt habe: 1995 hatte ich gemeinsam mit einer Gruppe blinder und sehender Funkamateure unser völkerverbindendes Hobby den Besuchern des Evangelischen Kirchentags in Hamburg näher gebracht.

weiterlesen