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Kirchenrat Gerald Kick verabschiedet

Am 25. Juni 2026 verabschiedete sich Pfarrer Gerald Kick in der Nürnberger Marthakirche in einem bewegenden Gottesdienst.

Pfarrer Gerald Kick mit bunter Stola an der Kanzel Foto: Antje Kern

Über 130 Mitglieder und Ehrengäste waren gekommen, um den Gottesdienst unter dem Motto „Veränderung – Wind of Change“ zu erleben. Gerald Kick erinnerte an seinen beruflichen Werdegang, der ihn bis nach Brüssel geführt hatte und an die Veränderungen und Umbrüche in der Gesellschaft und der Kirche.

Foto: Antje Kern

Passend zum Thema sang der blinde Musiker Armin Nembach das Lied der Band Scorpions „Wind of Change“. Weiter wurde der Gottesdienst von einem Projektchor aufgelockert, der zusammen mit der Gemeinde das finnische Sommerlied „Jo joutui armas aika“ anstimmte.

Foto: Antje Kern

Der Seelsorgereferent der Landeskirche, Kirchenrat Ingo Schurig, verabschiedete Gerald Kick in den Ruhestand und wies auf die Herausforderungen hin, die den landeskirchlichen Beauftragten aufgrund der Umzüge der Dienststelle, aber auch den Veränderungen innerhalb der Kirche und den Herausforderungen des inklusiven Arbeitens begleitet haben.

Grußworte im Anschluss an den Gottesdienst würdigten das segensreiche Wirken von Pfarrer Kick. Unter anderen sprachen Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster, Pastoralreferent Dietmar Denzler, Diakonin Heike Kühner von der Ev. Kirche der Pfalz in Vertretung des Dachverbands DeBeSs, Frank Nohr als Leiter der Bezirksgruppe Mittelfranken des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbunds und Pastor Andreas Chrzanowski von der Blindenmission Hildesheim.

In einem Interview mit Jörg Sorge vom KOM-IN-Netzwerk blickte KR Kick auf seine 12 Jahre bei der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge zurück:

https://www.kom-in.de/uploads/podcast/2026/456820_kina_2026_Sorge_Kick_BSS_Bayern.mp3


Schutzkonzept für die BSS verabschiedet

Gemeinsam für Sicherheit und Achtsamkeit

Die Blinden- und Sehbehindertenseelsorge (BSS) in der ELKB hat ein umfassendes Schutzkonzept zur Prävention von sexualisierter Gewalt fertiggestellt. Ziel ist es, Menschen in allen Bereichen des Gemeindelebens wirksam vor Grenzverletzungen und Übergriffen zu schützen. „Wer einmal sexualisierte Gewalt erlebt hat, trägt oft ein Leben lang an den Folgen. Deshalb ist es unsere Pflicht als kirchliche Einrichtung, hinzu-schauen, zu schützen und vorzubeugen“, betont Pfarrer Gerald Kick. Mit dem nun vorliegenden Schutzkonzept erfüllt die BSS nicht nur die Vorgaben der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, sondern setzt vor allem ein Zeichen für Aufmerksamkeit, Verantwortung und gelebte Fürsorge.

Die Erarbeitung des Konzepts begann mit einer Risiko- und Potentialanalyse. Dabei wurden gemeinsam mit ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitenden (Arbeitsgruppe des Leitungsgremiums der BSS) konkrete Gefährdungssituationen identifiziert: Wo besteht ein erhöhtes Risiko für Übergriffe? Welche Schutzmaßnahmen sind nötig und praktikabel?

Ein wichtiger Bestandteil des Prozesses war die Beteiligung der blinden, sehbehinderten und sehenden Mitarbeitenden: Zahlreiche Menschen haben sich mit ihren Perspektiven und Erfahrungen eingebracht. „Für diese Offenheit und die Beteiligung sind wir sehr dankbar“, so die Referentin der BSS, Religionspädagogin Katrin Biendl.

Das nun vorliegende Schutzkonzept umfasst neben klaren Verhaltensregeln auch verbindliche Standards für Schulungen für haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende sowie ein strukturiertes Verfahren für den Umgang mit Verdachtsfällen. Es ist kein einmaliger Abschluss, sondern ein wachsendes Instrument, das regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird.

„Wir wollen, dass die evangelische Blinden- und Sehbehindertenseelsorge ein sicherer Ort für alle ist – ein Ort, an dem Achtsamkeit, Respekt und gegenseitige Verantwortung zum gelebten Alltag gehören“, sagt Kirchenrat Gerald Kick.

Das Schutzkonzept kann auf Wunsch in der Dienststelle der BSS eingesehen werden oder in barrierearmer Version angefordert werden. Auch auf der Homepage der BSS sind alle relevanten Informationen zusammengefasst.


15 blinde und sehbehinderte Menschen mit ihren Assistent*innen in Passau und Umgebung unterwegs

Abenteuer Baumwipfelpfad – Bericht auf der Homepage des Dekanats Passau

Bildrechte Neumann-Beiler

Das nasse Wetter schmälert nicht das Erlebnis der meditativen Wanderung von Gabi Neumann-Beiler (Mitte) auf dem Baumwipfelpfad.
 
Selbst im Dauerregen bleibt der Baumwipfelpfad in Neuschönau ein Erlebnisziel. Eine Gruppe sehbehinderter und blinder Menschen aus dem Nürnberger Land ließ sich am Mittwoch, 28. Mai vom Wetter nicht abhalten. Nach dem Motto es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung starteten alle mit Abenteuerlust, farbenfrohen Regenschirmen und extra großen Regenponcho für eine Teilnehmerin im Rollstuhl in eine meditative Wanderung, die von spirituellen Impulsen begleitet wurde. Unter der einfühlsamen Leitung von Diakonin Gabi Neumann-Beiler wurde der Natur nicht nur ins Auge geschaut, sondern sie wurde vor allem gehört, gefühlt und erlebt.

Bildrechte Neumann-Beiler

Das Baum-Ei ist ein Highlight der meditativen Wanderung in schwindelnder Höhe.

Die Veranstaltung, organisiert von Diakonin Stephanie Harkort, Landeskirchlicher Referentin für Blinden- und Sehbehindertenseelsorge der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, sowie Kirchenrat Pfarrer Gerald Kick, bot den Teilnehmer:innen eine Woche lang in Passau und Umgebung einen kleinen Urlaub. Dabei standen Gemeinsamkeit und Naturerlebnis im Vordergrund. Dieses gelungene Engagement der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge der Landeskirche beweist, dass barrierefreie Erlebnisse und spirituelle Impulse auch bei widrigen Wetterbedingungen möglich und bereichernd sind. Alle Teilnehmenden waren jedenfalls begeistert.

Text und Fotos: Neumann-Beiler

Foto: Gerald Kick

Oben angekommen. Der Nebel sorgt für Gleichberechtigung. Auch die Sehenden können nur die Nähe wahrnehmen.


200 Jahre Braille Schrift

Der Welt-Braille-Tag stand dieses Jahr ganz im Zeichen eines bedeutenden Jubiläums, denn vor 200 Jahren wurde die Blindenschrift erfunden. Die geniale Idee des Franzosen Louis Braille, Schriftzeichen mit sechs tastbaren Punkten darzustellen, öffnete blinden Menschen den Zugang zur Bildung – ein Durchbruch in der Geschichte der Barrierefreiheit und ein entscheidender Schritt für mehr Teilhabe an der Gesellschaft. Am 4. Januar 2025 blickten wir auf zwei Jahrhunderte zurück, in denen Brailleschrift das Leben von Millionen blinder Menschen zum Positiven verändert hat. Heute findet man die sechs Punkte nicht nur in gedruckten Braillebüchern, sondern auf Fahrstuhlknöpfen, Treppengeländern, Medikamentenverpackungen und Speisekarten.

Auch Gesangbücher, die Tageslosungen und die Bibel sind in Braille erhältlich. Weitere Infos finden Sie bei unserem Dachverband DeBeSs. https://www.debess.de/hilfe-und-seelsorge/barrierefreie-informationen-und-literatur/

Im digitalen Raum ist die Blindenschrift bereits seit langem angekommen – Braillezeilen ermöglichen die Nutzung am Computer und auf dem Handy. Nach wie vor gilt, was der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) bereits 2009 in einer Resolution festhielt: „Man mag sich mit gehörten Texten die Freizeit vertreiben, Bücher, Zeitungen und Zeitschriften hören, doch erst durch eigenes Lesen erschließt sich der volle Sinn des geschriebenen Textes und entwickeln und erhalten sich gute Rechtschreibkenntnisse. Wer kompliziertere Texte lesen, auch selbst Dinge aufschreiben, anderen vorlesen, Fremdsprachen erlernen oder Computerprogramme bedienen will, muss die Brailleschrift beherrschen. Auch für erfolgreiches Arbeiten im Beruf ist sie unerlässlich.“

Alle Infos, Links und einen Veranstaltungskalender zum Jubiläum finden Sie unter: www.dbsv.org/braille

Jahreslosung 2025 in Braille


Die Zeitung im Ohr jetzt auch online hörbar

Das Hörmagazin „EPR“ im Internet

Ende August erschien die 79. Ausgabe des „Egidien Presse Rundblicks“, die ausgewählte Artikel der Evangelischen Sonntagszeitungen für Bayern enthält. Ein Redaktionsteam aus vier ehrenamtlichen und zwei hauptamtlichen Mitarbeitenden wählt viermal im Jahr die Artikel aus, die sie später im Tonstudio aufnehmen. Die Aufnahmen wurden bisher ausschließlich als blinden- und sehbehindertengerechte CD veröffentlicht. Dadurch wird seit 24 Jahren die barrierefreien Verbreitung kirchlicher Nachrichten ermöglicht.

Achtung, Aufnahme: Rosemarie Messelhäuser spricht ihren Text ein, Martin Weigert sorgt am Computer für den Sound. So entstehen die Hör-CDs der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge

Achtung, Aufnahme: Rosemarie Messelhäuser spricht ihren Text ein, Martin Weigert sorgt am Computer für den Sound. So entstehen die Hör-CDs der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge Foto: Timo Lechner / Sonntagsblatt

Dank unseres Kooperationspartners KOM-IN-Netzwerk bieten wir jetzt auch eine online Version an. Als blinde oder sehbehinderte Nutzer*in können Sie sich über die Webseite www.kom-in.de/bestellen registrieren und werden dann immer über das Erscheinen der neuesten Nummer informiert. Sie hören dann den EPR entweder direkt auf dem dortigen DAISY Spieler oder Sie laden sich die Dateien auf ihr Smartphone oder Ihren Computer herunter. Weitere Infos finden Sie bei uns in der Dienststelle.

Das Hörmagazin erleichtert Menschen, die blind und sehbehindert sind, den Zugang zu kirchlichen Informationen. Wie der Leiter des Projekts und landeskirchliche Beauftragte für die Blinden- und Sehbehindertenseelsorge (BSS), Kirchenrat Gerald Kick, betont, hat das Projekt besonders Seniorinnen und Senioren im Blick, die selten die Blindenschrift oder die blindengerechten Programme auf dem PC erlernen können. Häufig waren diese Hörer*innen früher treue Leser*innen der Evangelischen Sonntagszeitungen für Bayern.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie Inge Hoffmann aus München berichtet: „Ich finde die Vielfalt der Artikel sehr wichtig. Von seelsorgerlichen Fragen in der Rubrik „Sprechstunde“, Berichten aus den verschiedenen Regionen Bayerns, bis hin zu den Nachrichten aus der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge und Witzen, ist für mich immer etwas dabei.“

Der Name Egidien-Presse-Rundblick hängt mit dem Dienstsitz der BSS zusammen, der sich am Egidienplatz in Nürnberg befindet.

Das Sonntagsblatt berichtete über das Hörmagazin in einem Beitrag mit dem Titel „Wie Martin Weigert das Sonntagsblatt zum Nachhören produziert“

http://www.sonntagsblatt.de/artikel/kirche/wie-martin-weigert-das-sonntagsblatt-zum-nachhoeren-produziert