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So erreichen Sie uns:
Zentrum Seelsorge und Teilhabe
Egidienplatz 33
90403 Nürnberg
Telefon: 0911 – 81 00 54 55
bss-bayern@elkb.de

Vorwort: Christlicher Glaube und sexualisierte Gewalt sind unvereinbar
Sexualisierte Gewalt – sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, sexuelle Belästigung und Grenzüberschreitungen kommen vor – leider auch in der Kirche. Mit dem christlichen Glauben ist das unvereinbar. Es widerspricht all dem, wofür wir als Kirche stehen. Nach christlichem Verständnis besitzt jeder Mensch die gleiche Würde, egal welches Geschlecht, welches Alter, welche Hautfarbe oder welch körperliche oder psychische Verfassung er hat. Menschen im Glauben und Leben zu stärken, Gemeinschaft und Vertrauen zu ermöglichen, das ist unser Ziel. Sexuelle Belästigung, Grenzverletzungen oder sexualisierte Gewalt sind dagegen entwürdigend. Sie sind Ausdruck von Selbstüberhöhung und Machtmissbrauch – sie verursachen Angst, Leid und Zerstörung.
Wir verurteilen sexualisierte Gewalt aufs Schärfste
Es beschämt uns, dass Menschen, die Gemeinschaft, Trost oder Orientierung bei uns gesucht haben, stattdessen ausgenutzt und erniedrigt wurden und sexualisierte Gewalt erfahren haben. Betroffene kämpfen mit den Folgen häufig ein Leben lang. Betroffene im kirchlichen Kontext haben durch ihre Erfahrung oft auch den Zugang zum Glauben als Kraftquelle verloren. Deshalb verurteilen wir sexualisierte Gewalt aufs Schärfste.
Kirche und Diakonie sollen sichere Orte sein
Wir können Vergangenes nicht ungeschehen oder einfach wiedergutmachen. Aber wir können und wollen aktiv Vergangenes aufarbeiten, Betroffene unterstützen und mit ihnen nach neuen gemeinsamen Wegen suchen. Kirche und Diakonie sollen sichere Orte sein. Schutz vor sexualisierter Gewalt geht uns alle an. Denn jeder Mensch hat ein Recht auf ein Leben in Würde und Achtung der körperlichen und geistlichen Selbstbestimmung. Dafür stehen wir als Kirche und dafür setzen wir uns aktiv ein.
Prävention und Schutzkonzept
Für uns ist es sehr wichtig, dass diese Haltung in unserem täglichen Handeln deutlich zum Ausdruck kommt. Aus diesem Grund arbeiten wir an einem Schutzkonzept in dem klare Leitlinien und präventive Maßnahmen beschrieben sind. So gehört es für uns dazu, dass sich alle unsere Mitarbeitenden an einen Verhaltenskodex halten, sich zum Thema Prävention sexualisierter Gewalt schulen und wissen, wie sie bei einem Verdacht von sexualisierter Gewalt handeln sollen.
Das Schutzkonzept der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge in der ELKB
Wir haben entsprechend dem Präventionsgesetz der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) ein individuelles Schutzkonzept erarbeitet, das alle Arbeitsbereiche umfasst. Es sieht u.a. vor:
Leitbild
Jeder Mensch ist nach Gottes Ebenbild geschaffen. Dies verleiht uns Menschen
Würde – unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Identität, Behinderung oder
ethnischer Herkunft. In der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge innerhalb der
Evangelisch – Lutherischen Kirche in Bayern (BSS ELKB) und all ihren
Wirkungsbereichen wollen wir diese Würde achten. Wir übernehmen
Verantwortung für den Schutz der uns anvertrauten Personen vor grenz-
überschreitendem Verhalten und Übergriffen, vor körperlicher (physischer),
seelischer (psychischer) und sexualisierter Gewalt. Gewalt hat keinen Raum
innerhalb der BSS der ELKB.
Wir wollen allen Menschen, besonders Kindern und Jugendlichen, sichere Räume
bieten, in denen sie Gottes Segen erfahren können. Wir wollen einen sicheren
Rahmen schaffen, in dem Nähe, Gemeinschaft und geteilter Glaube erlebt werden
können.
Wir wissen dabei um die Möglichkeit, dass da, wo Menschen einander begegnen,
auch das Risiko für Verletzungen und Fehler besteht. Diese werden, wenn sie
geschehen, nicht verschwiegen. Wo es zu Grenzüberschreitungen oder gar
Übergriffen kommt, unterstützen wir aktiv den Umgang mit Beschwerden und
Fehlern. Dabei orientieren wir uns an einer Kultur der Achtsamkeit.
In unserem Verhaltenskodex, den alle hauptberuflichen, neben- und
ehrenamtlichen Mitarbeitenden in einer Selbstverpflichtung unterschreiben, wird
deutlich, wie wir dieses Leitbild in unserer täglichen Arbeit umsetzen.
Verabschiedet von der Konferenz der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge in der
ELKB am 14.3.2025
Besonderheit „Menschen mit Sehbehinderung“
Für das Verständnis eines sehbehinderten Menschen ist es wichtig sich vorzu-
stellen, wie mein Gegenüber die Welt wahrnimmt. Sehbehinderung bezieht sich
auf ein beeinträchtigtes Sehvermögen, das sich ganz unterschiedlich zeigen kann.
Es reicht von unscharfem Sehen, grauen Schleiern, Flecken oder Einschränkungen
im Gesichtsfeld bis zum totalen Verlust des Sehvermögens. Deshalb werden nur
bedingt die Augen, also Sehreste genutzt. Viele nutzen nur oder vorwiegend zur
Wahrnehmung das Hören oder Fühlen. Andere setzen den Sehrest ein.
Dabei ist zu bedenken, dass diese für den Einsatz manchmal sehr nah auf
Personen zugehen, so dass Abstände oder Blickkontakt für sehende Menschen
ungewohnt sein können. Es kann in diesem Zusammenhang auch zu ungewollten
Berührungen kommen.
Es gibt hilfreiche Hinweise für Begegnungen mit sehbehinderten Menschen, die
beachtet werden sollten.
Hier finden Sie weitere Infos:
Verhaltenskodex – Ausgestaltung von Nähe und Distanz
Die Arbeit in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern lebt durch Beziehungen von Menschen miteinander und mit Gott. Unsere Arbeit mit allen Menschen, insbesondere mit Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen ist getragen von Respekt, Wertschätzung und Vertrauen.
Diese Haltung findet Ausdruck im folgendem Verhaltenskodex:
1. Ich trage dazu bei, ein sicheres, förderliches und ermutigendes Umfeld für mir anvertraute Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, zu schaffen und/oder zu erhalten. Diese Haltung pflege ich auch im Umgang mit Kolleg*innen, mir zugeordneten Mitarbeitenden und Vorgesetzten.
2. Ich trage dazu bei, alles zu tun, damit durch meine Tätigkeit und meine Kommunikationsform keine sexualisierte Gewalt, Vernachlässigung und andere Formen der Gewalt möglich werden.
3. Ich nehme die individuellen Grenzempfindungen der Menschen um mich herum wahr. Ich respektiere die Intimsphäre und die persönlichen Grenzen der Scham von Gruppenmitgliedern, Teilnehmenden und Mitarbeitenden, sowohl im Gespräch als auch in der körperlichen Nähe.
4. Ich leiste Assistenz im körpernahen/pflegerischen Bereich nur nach konkreter Aufforderung und unter Beachtung unser beider Grenzen. Was ich aus der Intimsphäre erfahre, fällt immer unter Schweigepflicht.
5. Ich bin mir meiner besonderen Verantwortung als Mitarbeiter*in bewusst, gestalte einen verantwortungsvollen Umgang in Bezug auf Nähe und Distanz und missbrauche meine Rolle nicht. Ich beachte dabei das Abstands- und Abstinenzgebot und nutze meine Funktion nicht für sexuelle Kontakte zu mir anvertrauten Menschen.
6. Meine Kommunikation ist respektvoll und wertschätzend, sowohl im direkten Gespräch, als auch in der Kommunikation im digitalen Raum.
7. Ich will jedes unangemessene Verhalten anderen gegenüber vermeiden. Ich bin ansprechbar und offen für konstruktive Kritik, wenn anderen an meinem Verhalten etwas Unangemessenes auffällt.
8. Wenn ich eine Grenzüberschreitung bei meiner Tätigkeit bemerke oder von ihr erfahre, schaue ich nicht weg, sondern wende (ich) mich an die ehrenamtliche Ansprechperson oder an Fachberatungsstellen und lasse mich beraten.
9. Ansprechperson für die BSS ist: Frau Dipl. Psychologin Regina Klusch
E-Mail: (wird in Kürze aktiviert) Telefon: 0175 / 14 71 71 9
10. Als hauptberuflich Tätige*r werde ich entsprechend dem Interventionsplan meines Trägers vorgehen, wenn ich sexuelle Übergriffe oder strafrechtlich relevante sexualisierte Gewalt wahrnehme.
Ich ……………………………………………………………… (Name, Vorname) nehme diesen Verhaltenskodex zur Kenntnis.
…………………………………………………….. ……………………………………………………
Ort, Datum Unterschrift
……………………………………………………………..
kirchliche Dienststelle
Auf der Seite www.aktiv-gegen-missbrauch-elkb.de finden Sie alle Informationen und Ansprechpartner rund um die Präventionsarbeit „Aktiv gegen Missbrauch“ in der ELKB.
In der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge in der ELKB war Kirchenrat Gerald Kick für die Erstellung des Schutzkonzeptes verantwortlich.
Das vollständige Schutzkonzept können Sie hier aufrufen und herunterladen:
https://www.bss-bayern.de/wp-content/uploads/2026/03/Schutzkonzept-BSS-2026-01-25-5.pdf

Kontaktmöglichkeiten
Ansprechperson für die BSS ist: Frau Dipl. Psychologin Regina Klusch
E-Mail: (wird in Kürze aktiviert) Telefon: 0175 / 14 71 71 9
Als Präventionsbeauftragte der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge in der ELKB steht Ihnen Dipl-Religionspädagogin Katrin Biendl (Referentin der BSS) zur Verfügung,
Telefon: +49 175 64 33 973, Email: katrin.biendl@bss-bayern.de
Ansprechstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt in der ELKB (Telefonsprechstunde, Clearinggespräche und Beratung, Begleitung von Betroffenen):
https://aktiv-gegen-missbrauch-elkb.de/ansprechstelle-fuer-betroffene/
Tel.: 089/5595 – 335
(in der Regel Montag, Dienstag, Donnerstag Vormittag)
E-Mail: ansprechstellesg@elkb.de
Landeskirchenamt
Katharina-von-Bora-Str. 7-13
80333 München
Beschwerdemanagement
Rückmeldungen und Beschwerden werden innerhalb der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge wahr- und ernst genommen. Sie sind eine niedrigschwellige Möglichkeit Partizipation zu gestalten und Vorfälle von sexualisierter Gewalt zu melden.
Um die Grundvoraussetzung für gelingende Rückmeldung zu schaffen, begegnen wir uns auf Augenhöhe und nehmen Beschwerden ernst. Wir bagatellisieren sie nicht, sondern gehen den Vorwürfen nach.
Damit alle Menschen, die zu uns kommen die Möglichkeit der Beschwerde haben, stehen in unserer Einrichtung folgende Beschwerdemöglichkeiten zur Verfügung:
• Feedbackbogen und persönliches Gespräch am Ende von Veranstaltungen
• Regelmäßige Feedbackrunden innerhalb bestehender Gruppen und Kreise, sowohl allgemein als auch privat vertraulich.
• Kummerkasten (als E-Mail-Adresse oder spezielle Telefonnummer mit AB. Mit regelmäßiger Sichtung/Abhören, z.B. immer erster Montag im Monat)
Diese Möglichkeiten, eine Beschwerde einzureichen, werden über folgende Wege kommuniziert:
• Hinweis und Kontaktdaten der Ansprechpersonen in unserem Rundbrief in barrierefreier Form (Brailleschrift, Großdruck, E-Mail – Versand)
• Auf der Webseite der BSS: www.bss-bayern.de
• Per Aushang in den Diensträumen der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge am Egidienplatz 33, 90403 Nürnberg und nach Absprache mit den anderen Nutzer*innen im Haus in den Veranstaltungsräumen
Umgang mit Beschwerden:
Nach dem Eingang einer Beschwerde bekommt der/die Beschwerdeführer*in immer eine unmittelbare Rückmeldung über den Eingang der Beschwerde und die geplante weitere Vorgehensweise (Prüfung, klärendes Gespräch, Entscheidung über Weiterleitung).
Weiteres Vorgehen:
Jede eingegangene Beschwerde wird sorgfältig geprüft und bearbeitet. Entsprechende Maßnahmen werden ggf. eingeleitet. Am Abschluss eines jeden Beschwerdeverfahrens steht eine abschließende Rückmeldung an den/die Beschwerdeführer*in und ggf. auch an den/die Beschuldigte*n, sofern er/sie eingeweiht war.
Wird die Beschwerde als unberechtigt bewertet, so muss dies dem/der Beschuldigten mitgeteilt werden. Zudem sind ggf. weitere Mitteilungen an andere Personen im Sinne einer Rehabilitation nötig. Wer von einer Beschwerde/ einem Verdacht wusste, muss nun auch von der Klärung erfahren.
Unabhängige Anlaufstelle.help -Für Hilfesuchende, die nicht mit Menschen aus der Kirche sprechen wollen, gibt es diese externe Ansprechstelle, die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) finanziert wird. Sie ist für Betroffene kostenfrei. Homepage: www.anlaufstelle.help
