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Siegfried Meister

Durch einen Unfall bin ich mit sieben Jahren erblindet. Als Schüler der Blindenstudienanstalt Marburg lernte ich bereits im Sommer 1961 den Evang. Blinden- und Sehbehindertendienst in Deutschland e.V. EBS (damals noch „Christlicher Blindendienst“ – West) kennen. Ich war Teilnehmer einer Wochenendfreizeit in Oberweimar in der Nähe von Marburg. Geleitet wurde sie von zwei jungen Pfarrern, Hans Rupp (blind) und Siegfried Preis (sehbehindert). Das war der Anstoß.

In Nürnberg bin ich dann 1963 erstmals bei einem Adventsnachmittag der Blindenseelsorge dabei gewesen. Ende der sechziger Jahre, als ich in Nürnberg bereits berufstätig und wohnhaft war, fand ich dann zur Evangelischen Blindenseelsorge in Bayern. Ab 1972 nahmen meine Frau und ich – anfangs auch noch mit unserer Tochter – regelmäßig an Familienfreizeiten im In- und Ausland sowie an Nachmittagen der Begegnung und anderen Veranstaltungen der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge Bayern teil.
Für mich als Blinden – meine sehende Frau mit eingeschlossen – haben all die Begegnungen in fast 40 Jahren viel an Hilfe bedeutet. Hier besteht immer wieder Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten und Betroffenen in Fragen des Glaubens auszutauschen und christliche Gemeinschaft zu erleben.
Bemerken möchte ich, dass ein derartiger Austausch unter Blinden und Sehbehinderten in der eigenen Kirchengemeinde so nicht möglich ist. Insofern sollte der Evang.-Luth. Kirche in Bayern am weiteren Fortbestehen der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge viel gelegen sein. Es sei mir an dieser Stelle noch der Hinweis erlaubt, dass schließlich auch unser Personenkreis zu den Kirchensteuerzahlern unserer Landeskirche gehört.
(Siegfried Meister, Nürnberg)