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Sehbehindertensonntag

Ich sehe so, wie Du nicht siehst

„Nicht sehend – nicht blind“ – sehbehinderte Menschen erleben sich in dieser Weise.

Der 6. Juni ist bundesweiter „Sehbehindertentag“. Im Jahr 2010 fiel er auf einen Sonntag.
Aus diesem kalendarischen Anlass initiierten der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV), der Dachverband der evangelischen Blinden- und Sehbehindertenseelsorge und die Arbeitsstelle Pastoral für Menschen mit Behinderung der deutschen Bischofskonferenz die Aktion „Sehbehindertensonntag“.

In verschiedenen Regionen der BSS Bayern Gottesdienste zum ausgerufenen „Sehbehindertensonntag“: in Augsburg, Schweinfurt, Roth, Nürnberg und München – hier sogar als ökumenischer Gottesdienst.
In der Reformations-Gedächtnis-Kirche in Nürnberg am Berliner Platz hieß es im Anklang an die Arie von Georg Friedrich Händel „Meine Seele hört im Sehen“: Herr Händel, bei uns nicht! Bei uns geht es anders: Wir Sehen im Hören!

Menschen mit Sehbehinderungen hatten diesen Gottesdienst mit vorbereitet. Singen unter Brillen, die Sehbehinderungen simulieren. Der Gottesdienst konnte ganz oder streckenweise kurzsichtig verfolgt werden oder verschwommen oder im Ausfall des zentralen Sehens … In diesem Gottesdienstes spürten Sehende sozusagen, was Sehbehinderte stets erleben.

Wir empfehlen, das Anliegen dieser Aktion auch an anderen Tagen aufzugreifen: in den Gemeinden, in Einrichtungen der Diakonie und in Gruppen in unserer Kirche. Anregungen zur Gestaltung bietet der erarbeitete Aktionsleitfaden, z.B.
– einen Gottesdienst
– eine „handfeste Kirchenführung“
– einen „Gemeinde-TÜV“
– einen Seniorennachmittag mit „Kaffee, Kuchen und Tipps“ u.a.

Wichtig: Bei der Planung und Ausführung von vornherein sehbehinderte Menschen einbeziehen. Sie geben authentische Auskünfte aus ihrem eigenen Alltag zum Thema „Leben mit Sehbehinderung“. –
Sehbehinderte Menschen leben mitten unter uns, unabhängig davon, ob sie sich mit ihrer Behinderung zu erkennen geben oder nicht. Selten werden gelingende Zugänge Sehbehinderter in Gemeinden und Gruppen angesprochen; noch seltener die verschiedenen Barrieren und Hindernisse, die sie erleben.

Sehbehinderung ist mehr als Fehlsichtigkeit. Können Fehlsichtigkeiten noch durch optische Hilfsmittel wie Brillen und Lupen ausgeglichen werden, ist dies unter den Bedingungen einer Sehbehinderung nicht mehr möglich; auch dann nicht, wenn Sehbehinderte eine Brille tragen. Das Spektrum der Sehbehinderungen ist sehr weit gefächert, individuell sehr unterschiedlich und letztlich aus der Perspektive eines normal Sehenden nicht nachvollziehbar.
Grundformen von Sehbehinderungen werden im Aktionsleitfaden zum Sehbehindertensonntag in anschaulicher Weise erklärt und visualisiert.
Wir informieren und beraten gerne bei Planung und Gestaltung von Aktionen zum Thema „sehbehindert“.

Kontakt:

KR Lothar Süß
Egidienplatz 29, 90403 Nürnberg. Tel. 0911 / 214 2222.

Siehe auch: www.sehbehindertensonntag.de