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Ria Schnabel

Schon seit meinem 9. Lebensjahr habe ich nichts auf meinem linken Auge sehen können. Mit voller Sehkraft auf dem anderen Auge habe ich natürlich als Sehende leben können, bis im 75. Lebensjahr eine Makuladegeneration auf dem rechten Auge mein Leben verändert hat. Ich bin jetzt hochgradig sehbehindert. In vielem bin in auf Hilfe anderer angewiesen, z.B. wenn ich auf die Straße gehe. Besonders beim Einkaufen ist das so: Fremden muss ich viel Vertrauen „vorschießen“. Ich gebe beim Bezahlen anderen mein Portmonee in die Hand. „Sucht raus, was ich zu bezahlen habe …“ Anders geht es ja nicht.

Bei den Treffen der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge habe ich mich von Anfang an aufgenommen erlebt. Man kann miteinander so vertrauensvoll sprechen, auch über viel Persönliches. Ich fühle mich wirklich geborgen, wenn wir da zusammen kommen. Die Hilfsbereitschaft untereinander ist für mich jedes Mal beeindruckend. Ich hatte mir das vorher so nicht vorstellen können. So viele unterschiedliche Leute, und dann dieses Maß an Verständnis und Vertrauen …
(Ria Schnabel, Nürnberg)