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Die zehn Gebote der Barrierefreiheit

Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V. (BAR) veröffentlichte im Dezember 2011 zehn Gebote der Barrierefreiheit.

Das 1. Gebot:
Barrierefreiheit ist Grundlage der Umweltgestaltung für alle. Die Anforderungen behinderter Menschen und Zugänglichkeit und Nutzbarkeit für alle brauchen Deine Aufmerksamkeit und Deinen Einsatz.

Das 2. Gebot:
Wohnen, Mobilität und Verkehr, Bildung. Denke daran, dass barrierefreie Gestaltung alle Bereiche betrifft: Bauen und Kultur, Arbeit, Erholung und Gesundheitswesen, Information, Kommunikation.

Das 3. Gebot:
Beachte, dass Barrierefreiheit für alle Menschen wichtig ist, insbesondere für Menschen mit motorischen, sensorischen oder mit kognitiven Beeinträchtigungen.

Das 4. Gebot:
Richte Deine Ziele daran aus, dass die Nutzungsobjekte von allen eigenständig wahrnehmbar, erreichbar, begreifbar (verständlich), erkennbar und bedienbar sind.

Das 5. Gebot:
Lasse Dich bei der Planung von fünf Maximen leiten: der ergonomischen Gestaltung, dem Fuß-und-Roll-Prinzip, dem Zwei-Sinne-Prinzip, der Verwendung visueller, akustischer und taktiler Kontraste sowie der Anwendung leichter Sprache.
(Anm. d. Redaktion: Nach dem Fuß-und-Roll-Prinzip müssen Bewegungsflächen zu Fuß und mit Rollstuhl oder Rollator problemlos genutzt werden können. Nach dem Zwei-Sinne-Prinzip müssen Informationen und Orientierungshilfen jeweils für zwei der Sinne Sehen, Hören und Tasten gegeben werden, damit sehgeschädigte und hörgeschädigte Menschen Zugang zu allen wichtigen Informationen erhalten.)

Das 6. Gebot:
Beteilige bei allen Maßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit frühzeitig behinderte Menschen oder ihre Vertreter. Dies dient dazu, sachgerechte Lösungen zu finden und fördert die Akzeptanz.

Das 7. Gebot:
Nutze die technischen Regelwerke, die Erkenntnisse der Forschung und die Erfahrungen der Praxis. Barrierefreiheit braucht Qualität.

Das 8. Gebot:
Stelle die objektive und subjektive Sicherheit für alle her. Wesentlich sind vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen. Ermögliche durch bauliche und organisatorische Maßnahmen, dass behinderte Menschen in die Lage versetzt werden, sich im Notfall selbst zu retten oder schnell fremde Hilfe zu aktivieren.

Das 9. Gebot:
Gehe die Erfüllung des Nachholbedarfs systematisch an, damit durch die Herstellung der Barrierefreiheit ein nachhaltiger Nutzen für alle entsteht.

Das 10. Gebot:
Denke an die Zukunft. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Bedeutung der Barrierefreiheit noch weiter zunehmen.

Quelle: RETINA aktuell • 1/2012 – 123