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Barrierefreies Rudelsingen für Blinde und Sehbehinderte in Nürnberg

Inklusion durch Singen
Beim offenen Singen der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge in Nürnberg stimmen Blinde und Sehende gemeinsam altbekannte sowie schwungvolle Volkslieder an. Sie tanken lachend neue Kraft und schwelgen in Erinnerungen.
Lesen Sie den Beitrag von Paul Krauß in der Online Ausgabe des Evangelischen Sonntagsblatts
https://www.sonntagsblatt.de/artikel/kultur/barrierefreies-rudelsingen-fuer-blinde-und-sehbehinderte-nuernberg
Dort finden Sie auch einen kurzen Film mit Wortmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Interviews beim Rudelsingen von Paul Krauss (Praktikant beim Ev. Presseverband)

5 Jahre landeskirchlicher Beauftragter

Am 1. Februar 2014 trat Kirchenrat Gerald Kick seinen Dienst bei der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge an. In einem Interview am Rande der DeBeSS Fachtagung mit Jörg Sorge vom Kom-In-Netzwerk blickt er auf die fünf Jahre als Leiter dieses Arbeitsbereichs der Evang.-Luth. Kirche in Bayern zurück.

Interview Gerald Kick mit Jörg Sorge – Kom-in-Netzwerk


10 Jahre Dachverband der evangelischen Blinden- und Sehbehindertenseelsorge

Auf der jährlichen Konferenz des Dachverbandes der evangelischen Blinden- und Sehbehindertenseelsorge im Februar 2019 stand diesmal ein ganz besonderer Programmpunkt: Das 10jährige Jubiläum.

Über den Weg, der zur Gründung des Dachverbandes führte, die damit verbundenen Herausforderungen und über die Zukunft des Verbandes spricht die Theologische Referentin Barabara Brusius in diesem Interview mit Jörg Sorge vom kom-in-netzwerk.


Sonntagsblatt Gespräch anlässlich der DeBeSS Fachtagung

Andreas Jalsovec von der Sonntagsblatt Redaktion Augsburg – Schwaben führte vor der Fachtagung ein Gespräch mit Barbara Brusius und Gerald Kick
Den Artikel „Appell an Kirchengemeinden: Sehbehinderte stärker wahrnehmen“ können Sie hier lesen:
Sonntagsblatt – Evangelische Wochenzeitung für Bayern v. 9.3.2019

Deutschlandweite Fachtagung der BSS in Augsburg

Vierte Fachtagung des Dachverbandes der evangelischen Blinden- und Sehbehindertenseelsorge (DeBeSS) in Augsburg

Moderne Technik macht vieles möglich, so dass blinde und sehbehinderte Menschen die Chance auf ein selbständiges und unabhängiges Leben haben. Und trotzdem sind menschliche Assistenz und Begleitung bei der Mobilität, am Arbeitsplatz und in der Freizeit auch weiterhin Alltag von vielen behinderten Menschen.

Eine blinde Teilnehmerin ertastet eine Grabplatte in St. Anna

Bei der Fachtagung des Dachverbandes im Februar 2019 wurde darüber unter dem provozierenden Titel „Hast Du schon die App oder verlässt Du dich noch auf Menschen?“ diskutiert. 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 17 – 73 Jahren fragten sich: Was ist eigentlich Assistenz? Wie weit können technische Hilfsmittel nützlich sein, ohne sich selbst zu überfordern? Und was bedeutet es für einen Menschen, dauerhaft auf Hilfe und Unterstützung durch andere Menschen angewiesen zu sein?

Aus verschiedenen Blickwinkeln wurde das komplexe Themenfeld angegangen. Sechs Workshops vertieften das Thema Assistenz und boten Raum für den intensiven Austausch. Es wurde nach der Motivation von Menschen gefragt, warum sie anderen helfen, und der Frage nachgegangen, was eine Ausbildung für Assistenzen zur Vorbereitung enthalten sollte. Die Zukunft der assistierenden Technologien, ihr Fluch und Segen, waren im Fokus. Und unter dem Statement „Mein Lohn ist, dass ich dienen darf“ wurde die christliche Nächstenliebe ins Gespräch gebracht.

Die anwesenden Blindenführhunde hätten eigentlich ihren eigenen Workshop haben müssen, da auch sie Helfer sind und Assistenz leisten. Doch sie nutzten den intensiven Austausch der Menschen lieber zu einem kleinen Schläfchen.

Ein wichtiges Ergebnis der gemeinsamen drei Tage war, dass eine offene Kommunikation auf Augenhöhe dringend notwendig ist. Menschen, die Assistenz benötigen, müssen lernen, klar und deutlich zu formulieren, was sie wann und wie benötigen, damit sie selbstbestimmt ihren Alltag leben können. Aber auch Menschen, die andere begleiten und unterstützen, müssen sich über ihre Rolle und Aufgaben bewusst werden. Das klingt einfach, ist aber nicht immer leicht. Andere zu unterstützen, angewiesen zu sein auf Hilfe, das ist auch ein Thema, bei dem die eigenen Emotionen nicht außen vor bleiben. Trotz der offenen verständnisvollen gemeinsamen Arbeit waren auch Wut und Trauer spürbar, die sich auch auf die noch immer nicht ausreichende gesellschaftliche Unterstützung richteten.

Und so war die gesungene Bitte im Abschlussgottesdienst – „Du, Gott, stützt mich, du, Gott, stärkst mich, du, Gott, machst mir Mut.“ – auch ein Hilferuf, dass mit Gottes Begleitung das, was uns Menschen allein nicht gelingt, auf einen guten Weg gebracht werden kann.

Ein Musiker von Khwaerthon stellt eine Drehleier vor

Bei der intensiven Arbeit durfte aber auch die Entspannung nicht fehlen. Ein Konzertabend mit der Folkband Kwaerthon brachte alle zusammen, es wurde geklatscht, mitgesungen und getanzt. Und im Anschluss an das Konzert gab es sogar die Gelegenheit, die außergewöhnlichen Instrumente ausführlich zu befühlen. Bei einem Rundgang in und um die Kirche St. Anna sowie einem Besuch im Brauhaus wurde die Stadt Augsburg erforscht.

Eine gelungene Fachtagung, die alle mit neuen Einsichten, Ideen und Aufgaben nach Hause entsandte. Und so war der Abschied am Sonntag begleitet von den Worten – wir sehen uns wieder bei der nächsten Fachtagung von DeBeSS im Jahr 2021!

Bild: Abschlussrunde auf der Fachtagung „Hast Du schon die App oder verlässt Du Dich noch auf Menschen?“