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Sonntagsblatt Gespräch anlässlich der DeBeSS Fachtagung

Andreas Jalsovec von der Sonntagsblatt Redaktion Augsburg – Schwaben führte vor der Fachtagung ein Gespräch mit Barbara Brusius und Gerald Kick
Den Artikel „Appell an Kirchengemeinden: Sehbehinderte stärker wahrnehmen“ können Sie hier lesen:
Sonntagsblatt – Evangelische Wochenzeitung für Bayern v. 9.3.2019

Deutschlandweite Fachtagung der BSS in Augsburg

Vierte Fachtagung des Dachverbandes der evangelischen Blinden- und Sehbehindertenseelsorge (DeBeSS) in Augsburg

Moderne Technik macht vieles möglich, so dass blinde und sehbehinderte Menschen die Chance auf ein selbständiges und unabhängiges Leben haben. Und trotzdem sind menschliche Assistenz und Begleitung bei der Mobilität, am Arbeitsplatz und in der Freizeit auch weiterhin Alltag von vielen behinderten Menschen.

Eine blinde Teilnehmerin ertastet eine Grabplatte in St. Anna

Bei der Fachtagung des Dachverbandes im Februar 2019 wurde darüber unter dem provozierenden Titel „Hast Du schon die App oder verlässt Du dich noch auf Menschen?“ diskutiert. 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 17 – 73 Jahren fragten sich: Was ist eigentlich Assistenz? Wie weit können technische Hilfsmittel nützlich sein, ohne sich selbst zu überfordern? Und was bedeutet es für einen Menschen, dauerhaft auf Hilfe und Unterstützung durch andere Menschen angewiesen zu sein?

Aus verschiedenen Blickwinkeln wurde das komplexe Themenfeld angegangen. Sechs Workshops vertieften das Thema Assistenz und boten Raum für den intensiven Austausch. Es wurde nach der Motivation von Menschen gefragt, warum sie anderen helfen, und der Frage nachgegangen, was eine Ausbildung für Assistenzen zur Vorbereitung enthalten sollte. Die Zukunft der assistierenden Technologien, ihr Fluch und Segen, waren im Fokus. Und unter dem Statement „Mein Lohn ist, dass ich dienen darf“ wurde die christliche Nächstenliebe ins Gespräch gebracht.

Die anwesenden Blindenführhunde hätten eigentlich ihren eigenen Workshop haben müssen, da auch sie Helfer sind und Assistenz leisten. Doch sie nutzten den intensiven Austausch der Menschen lieber zu einem kleinen Schläfchen.

Ein wichtiges Ergebnis der gemeinsamen drei Tage war, dass eine offene Kommunikation auf Augenhöhe dringend notwendig ist. Menschen, die Assistenz benötigen, müssen lernen, klar und deutlich zu formulieren, was sie wann und wie benötigen, damit sie selbstbestimmt ihren Alltag leben können. Aber auch Menschen, die andere begleiten und unterstützen, müssen sich über ihre Rolle und Aufgaben bewusst werden. Das klingt einfach, ist aber nicht immer leicht. Andere zu unterstützen, angewiesen zu sein auf Hilfe, das ist auch ein Thema, bei dem die eigenen Emotionen nicht außen vor bleiben. Trotz der offenen verständnisvollen gemeinsamen Arbeit waren auch Wut und Trauer spürbar, die sich auch auf die noch immer nicht ausreichende gesellschaftliche Unterstützung richteten.

Und so war die gesungene Bitte im Abschlussgottesdienst – „Du, Gott, stützt mich, du, Gott, stärkst mich, du, Gott, machst mir Mut.“ – auch ein Hilferuf, dass mit Gottes Begleitung das, was uns Menschen allein nicht gelingt, auf einen guten Weg gebracht werden kann.

Ein Musiker von Khwaerthon stellt eine Drehleier vor

Bei der intensiven Arbeit durfte aber auch die Entspannung nicht fehlen. Ein Konzertabend mit der Folkband Kwaerthon brachte alle zusammen, es wurde geklatscht, mitgesungen und getanzt. Und im Anschluss an das Konzert gab es sogar die Gelegenheit, die außergewöhnlichen Instrumente ausführlich zu befühlen. Bei einem Rundgang in und um die Kirche St. Anna sowie einem Besuch im Brauhaus wurde die Stadt Augsburg erforscht.

Eine gelungene Fachtagung, die alle mit neuen Einsichten, Ideen und Aufgaben nach Hause entsandte. Und so war der Abschied am Sonntag begleitet von den Worten – wir sehen uns wieder bei der nächsten Fachtagung von DeBeSS im Jahr 2021!


Die Dienststelle der BSS wurde mit dem Signet „Bayern barrierefrei“ ausgezeichnet

Wir freuen uns, dass unsere Anstrengungen, die Dienststelle und unsere Veranstaltungen barrierefrei auszustatten, vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, gewürdigt wurden.

Bericht auf bayern-evangelisch.de

Im Evangelischen Sonntagsblatt aus Bayern (Rothenburger Sonntagsblatt) wurde darüber in der Ausgabe zum 1. Advent 2018 berichtet


„Helfer auf vier Pfoten – 100 Jahre Blindenführhundausbildung in Deutschland“

Paul Feyen. Der erste blinde Führhundhalter in Deutschland

Die Ausstellung „Helfer auf vier Pfoten – 100 Jahre Blindenführhundausbildung in Deutschland“ war in Nürnberg zu Gast.

Die Ausstellungsbesucher konnten sich im Haus „Eckstein“ des evang.-luth. Dekanats über die faszinierende Partnerschaft zwischen Mensch und Tier informieren. Sie erhielten einen Überblick über die Geschichte der Ausbildung von Führhunden und bekamen Informationen zur Ausbildung von Blinden- führhunden. Wichtig ist den Ausstellungsmachern, den sehenden Besuchern die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie dem Team von Hund und Mensch die Arbeit erleichtern können.

Bei einer von Pfarrer Gerald Kick moderierten Podiumsdiskussion zu Ausstellungsbeginn berichteten drei Führhundhalter über ihre Erfahrungen, über den Weg eines Hundes vom Welpen bis zum ausgebildeten Führhund und über die Forderungen nach einer größeren Vereinheitlichung der Ausbildung.

Ein besonderer Leckerbissen war die Lesung mit Detlef Berentzen, dem Autor des überaus lesenswerten Buches „Blindenführhunde – Kulturgeschichte einer Partnerschaft“. Gemeinsam mit dem blinden Pianisten Heinrich Hartl stellte er die Geschichte der Blindenführhunde auch in anderen Ländern vor und ergänzte diese mit humorvollen persönlichen Erlebnissen

Das Buch ist sowohl in Kurzschrift als auch als DAISY Hörbuch in den Büchereien ausleihbar.

Die Ausstellung veranstalteten wir in Zusammenarbeit mit der Fachgruppe „Blinden-führhundhalter“ des BBSB und mit dem Führhundhaltertreff der Bezirksgruppe Mittelfranken. Sie wird gefördert durch die Aktion Mensch.

 

Anlässlich der Ausstellung zeigte das TV Magazin „Kirche in Bayern“ einen kurzen Beitrag über Daniel Puff und seine Hündin Lotta sowie die Aktivitäten der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge:

TV Beitrag Mit Blindenführhund und Brailleschrift

Auch das evangelische Sonntagsblatt widmete sich ausführlich dem Thema Blindenführhunde. Lesen Sie den Artikel von Timo Lechner:

Sonntagsblatt – Artikel „Blindenführhunde: Helfende Augen und vier Pfoten

https://www.sonntagsblatt.de/Artikel: Blindenführhunde-helfende-augen-und-vier-pfoten


Neues Faltblatt

Auch in Zeiten von Internet und sozialen Netzwerken muss sich die Blinden- und Sehbehinderten immer wieder neu bei den Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen in Erinnerung rufen.

Auch die Informationen für blinde und sehbehinderte Menschen klappt nicht ohne weiteres. Deshalb haben wir ein neues Faltblatt entworfen, das sich bewusst an Blinde und Sehbehinderte, Kirchengemeinden, und interessierte Ehrenamtliche richtet.

Sollten Sie vor Ort eine Möglichkeit sehen, dieses Faltblatt weiterzugeben oder auszulegen, dann melden Sie sich bitte bei uns. Wir schicken Ihnen dann die Flyer kostenlos zu.

Tel. 0911 81 00 54 55 oder info@bss-bayern.de

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